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Autobahnraststätte: Nächtlicher Treffpunkt bleicher, hohlwangiger Musiker, die mit geschlossenen Augen lederne Käsebrote verzehren. Die Augen öffnen sich nur dann erschreckt, wenn es bei der Gagenverteilung weniger Geld gibt als erwartet. Danach geht es dann weitere 260 km bis zur nächsten Raststätte. Biographien ... Chorus: ist die Strophe im Jazz oft auch eine Katastrophe. Chorusse bei Sessions wirken oft stärker als Valium. Nach Schlagzeug- oder Baßchorus erfolgt automatisch der Zwischenbeifall (siehe unter Z). Doppelgastspiel ... Ehefrauen von Jazzmusikern zeichnen sich darin aus, daß sie E.S.P von Miles Davis und Freedom Jazz Dance von Eddie Harris fehlerfrei vor sich hinsummen, während sie im Bandwagen, mit der großen Trommel auf dem Schoß und einem chinesischen Becken im Rücken, von Malmö nach Wien fahren. Frühschoppen: ... Galavorstellung: Eine Veranstaltung, in die Jazzer nur durch Zufall geraten. Bedrückt schlängeln sie sich durch Smokings, dunkle Anzüge und Abendkleider hindurch, überhören kritische Fragen älterer, schmuckbehangener Damen (»Ich dachte, es kommt eine Neger-Kapelle?«), verweigern energischen jungen Herren mit Segler-Mütze ein Icecream und werden zum Abendessen ins Gesindezimmer geführt, wo statt des Gala-Bufetts ein schmackhafter Eintopf auf sie wartet. Hauskapelle: ... Jazzkritik wird aus Zeitmangel oft schon vor dem Konzert geschrieben. Die besprochene Gruppe darf sich glücklich schätzen, wenn ihr Name einigermaßen richtig wiedergegeben und die Baßklarinette nicht mit der Posaune verwechselt wird. Kraftfahrzeug: ... Musikerschicksale: Nachtruhe ... Organisation ist besonders bei einer längeren Tournee wichtig. Von einer mangelnden Organisation spricht man, wenn für Dienstagabend ein Konzert auf der Insel Helgoland und für Mittwochmorgen Studioaufnahmen in San Remo vorgesehen sind. Gute Organisation wird dagegen gelobt, wenn ein Jazzquartett auf demselben Hotelflur wie vier Folklore-Sängerinnen untergebracht ist. Pannen ... Querelen sind auch unter Musikern an der Tagesordnung. Den meisten Ärger gibt es mit der Gage. Sie ist meistens zu klein. Darüber hinaus hat es sich eingebürgert, daß das Honorar vom Veranstalter bargeldlos überwiesen wird, so daß der Musiker erst mit 14wöchiger Verspätung an sein Geld kommt. Aus einem unerfindlichen Grunde werden zumeist statt der vereinbarten DM 1.000, nur DM 900, überwiesen, so daß der Musiker wegen der fehlenden hundert Mark lange Ferngespräche führen muß, die insgesamt rund 150, Mark kosten. Reisen: ... Schallplattenfirma: Ständig umkreister Fixpunkt für viele Jazz- und Rockgruppen. Briefe von Schallplattenfirmen beginnen mit den Worten »Wir danken Ihnen für Ihr Interesse
« und enden mit »
nicht möglich, Ihre Gruppe in unser ohnehin schon großes Sortiment aufzunehmen«. Tournee-Erinnerungen ... Unterbringung erfolgt für den Musiker üblicherweise in einfachen Gasthöfen, die stets ein eiskaltes Zimmer und ein warmes Bier bereithalten. Dafür murrt der Wirt dann auch nicht, wenn der Trompeter nachts um H 4 Uhr Oleo unter der Bettdecke einübt. Vertreter ... Wirbel ist ein Kunstgriff des Schlagzeugers, schwache Stellen im Musikstück zu überdecken. Die Steigerung von Wirbel ist der große Wirbel, den eine Band um Ihre erste Platte macht. Xylofon: ... Yachthafen: In zunehmendem Maße Veranstaltungsort für Open-Air-Festivals. Einziger Grund: Die Jazz- und Rockmusiker können mit zollfreiem Whisky ausgezahlt werden. Zwischenbeifall: ... ISBN 13: 978-3-928143-48-6 | ||
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